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2026-10-23 Arekore Redaktion

GEG-Novelle 2026: Was sich beim Heizungskauf jetzt ändert

Weißes Heizkörperthermostat an einem klassischen Rippenheizkörper in einer renovierten Altbauwohnung

Seit dem 29. Juli 2026 hat das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) das bisherige Gebäudeenergiegesetz abgelöst – die Pflicht, neue Heizungen mit mindestens 65 Prozent erneuerbarer Energie zu betreiben, ist ersatzlos gestrichen. Gleichzeitig zeigt der aktuelle Heizspiegel, dass Heizöl 2026 rund 24 Prozent teurer wird als im Vorjahr, während die Wärmepumpe mit 735 Euro Jahreskosten für eine 70-Quadratmeter-Wohnung weiterhin am günstigsten bleibt. Wer seine bestehende Heizung nun länger behalten darf statt sie austauschen zu müssen, stellt sich eine andere Frage: Mit welchem Zusatzgerät lässt sich die vorhandene Anlage – egal ob Gas, Öl, Fernwärme oder Wärmepumpe – am wirksamsten effizienter betreiben?

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Austauschpflicht für alte Gas- und Ölheizungen entfällt, ebenso die 65-Prozent-Erneuerbare-Pflicht für neue Heizungen – Eigentümer:innen entscheiden wieder freier, müssen aber ab 2029 steigende Anteile klimafreundlicher Brennstoffe einplanen.
  • Weil der Zwang zum Heizungstausch wegfällt, rückt die Effizienz der bestehenden Anlage in den Fokus. Laut Stiftung Warentest sparen smarte Heizkörperthermostate unabhängig vom Heizungstyp 6 bis 10 Prozent der Heizkosten ein.
  • Nicht jedes System passt zu jedem Haushalt: Ob ein zusätzlicher Hub nötig ist oder eine vorhandene FRITZ!Box ausreicht, entscheidet über Anschaffungskosten und Installationsaufwand.

Methodik dieser Analyse

Diese Analyse verdichtet (a) die Gesetzestexte und Fachberichte zur GModG-Novelle 2026 (unter anderem von Viessmann, Finanztip, ADAC und MVV), (b) den Stiftung-Warentest-Vergleich smarter Heizkörperthermostate aus test 9/2023 sowie aktuelle Vergleichstests von Computer Bild (Ausgabe 04/2026) und weiteren Fachmagazinen aus dem ersten Quartal 2026, (c) Heizkosten-Prognosen aus dem Heizspiegel 2026 sowie (d) öffentlich einsehbare amazon.de-Kundenbewertungen zu vier marktüblichen Thermostat-Systemen. Die Geräte haben wir nicht selbst getestet; Herstellerangaben zu Einsparpotenzialen sind als solche gekennzeichnet und nicht unabhängig verifiziert.

Was die GModG-Novelle 2026 beim Heizungskauf wirklich ändert

Zeitstrahl: Steigender Anteil klimafreundlicher Brennstoffe für neue Gas- und Ölheizungen von 2029 bis 2040 nach der Bio-Treppe

Mit dem GModG wurden die bisherigen Paragrafen 71 und 72 des Gebäudeenergiegesetzes aufgehoben. Das bedeutet konkret: Neue Heizungen müssen nicht mehr zwingend zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbarer Energie betrieben werden, und bestehende Gas- oder Ölheizungen, die älter als 30 Jahre sind, müssen nicht mehr zwangsweise ausgetauscht werden. Auch die Kopplung der Heizungswahl an die kommunale Wärmeplanung entfällt – ob die eigene Kommune bereits einen Wärmeplan vorgelegt hat, spielt für den Heizungstausch keine Rolle mehr.

Ganz ohne Auflagen bleiben neue fossile Heizungen trotzdem nicht: Die sogenannte Bio-Treppe schreibt für neu eingebaute Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen einen steigenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe vor – 10 Prozent ab 2029, 15 Prozent ab 2030, 30 Prozent ab 2035 und 60 Prozent ab 2040. Fördermittel der BEG-Heizungsförderung gibt es weiterhin nur für Heizungen mit mindestens 65 Prozent erneuerbarem Anteil, wobei die Förderhöchstsätze und der Klimageschwindigkeitsbonus laut mehreren Fachportalen schrittweise bis 2029 sinken. Bei Mietverhältnissen gilt zudem: Installieren Vermieter:innen eine neue Öl- oder Gasheizung, müssen sie sich zur Hälfte an Netzentgelten, CO₂-Kosten und den Mehrkosten des Bio-Anteils bis Förderstufe 3 beteiligen.

In der Praxis bedeutet die Novelle vor allem eines: Der Druck, die Heizung kurzfristig zu wechseln, ist deutlich kleiner geworden. Viele Haushalte werden ihre bestehende Anlage also länger betreiben – und damit wird die Frage wichtiger, wie sich aus einer vorhandenen Gas-, Öl-, Fernwärme- oder Wärmepumpenheizung ohne Neuanschaffung mehr Effizienz herausholen lässt.

Vier technische Ansätze für smarte Heizungssteuerung im Vergleich

Infografik: Vier Ökosysteme für smarte Heizkörperthermostate im Vergleich – WLAN mit Bridge, DECT über FRITZ!Box, Zigbee mit Access Point und Matter mit Controller

Smarte Heizkörperthermostate lösen alle dasselbe Problem – sie regeln die Raumtemperatur automatisch nach Zeitplan, Anwesenheit und Fensterstatus –, unterscheiden sich aber deutlich darin, welche Zusatzinfrastruktur sie benötigen.

WLAN mit eigener Bridge (etwa tado°) verbindet die Thermostate über eine herstellereigene Bridge mit dem heimischen Netzwerk und der Cloud-App. Der Vorteil: Die Einrichtung ist herstellerunabhängig vom restlichen Smart Home möglich, aktuelle Modelle unterstützen zusätzlich Matter und Thread für systemübergreifende Automationen.

DECT ULE über die FRITZ!Box (AVM) benötigt keinen separaten Hub, sondern nutzt die DECT-Basis, die in vielen FRITZ!Box-Routern bereits eingebaut ist. Für Haushalte, die ohnehin eine FRITZ!Box besitzen, ist das der unkomplizierteste Einstieg ohne zusätzliche Anschaffung.

Zigbee mit Access Point (Homematic IP) setzt auf ein geschlossenes, proprietäres Funkprotokoll und erfordert einen eigenen Access Point als Schaltzentrale. Das System gilt als besonders zuverlässig, bindet Haushalte aber stärker an das Homematic-IP-Ökosystem.

Zigbee/Matter mit Controller (Bosch Smart Home) benötigt einen Controller II als Schnittstelle, ist darüber aber auch mit Matter-Geräten anderer Hersteller sowie Apple Home, Google Home und Amazon Alexa koppelbar.

Die Geräte im Einzelnen

tado° Smartes Heizkörperthermostat X – Starter Kit mit Bridge X erreichte laut homeandsmart.de im Vergleichstest Anfang 2026 die Bestnote mit 97 von 100 Punkten und wurde von Computer Bild in Ausgabe 04/2026 wegen präziser Temperaturregelung und zeitgemäßer Funktechnik (Matter/Thread) an die Spitze gesetzt. Nach Herstellerangabe sparen Nutzer:innen durchschnittlich 22 Prozent Energie ein – diese Zahl stammt von tado° selbst und wurde nicht unabhängig geprüft. Das System erkennt offene Fenster ohne separaten Sensor und unterstützt Geofencing über die App.

AVM FRITZ!DECT 302 erzielte bei Stiftung Warentest (test 9/2023) die Note „gut” (1,9) und belegte damit den zweiten Platz unter elf getesteten Modellen; ein aktuellerer Test von testberichte.de bewertet das Gerät weiterhin mit „gut” (1,6). Es verbindet sich per DECT ULE direkt mit einer FRITZ!Box, besitzt ein drehbares, kontraststarkes E-Paper-Display und erkennt offene Fenster über einen plötzlichen Temperaturabfall. Mit rund 60 Euro pro Thermostat ist es das günstigste Gerät in diesem Vergleich.

Homematic IP Heizkörperthermostat – Evo war 2023 bei Stiftung Warentest mit der Note „gut” (1,7) Gesamtsieger und erhielt zuvor den Red Dot Design Award 2021. Es bietet bis zu drei Heizprofile mit 13 Schaltzeiten pro Tag und benötigt für den Betrieb einen Access Point. Laut Hersteller lässt sich durch die automatische Temperaturabsenkung beim Lüften bis zu 30 Prozent Heizenergie sparen – auch dies eine nicht unabhängig geprüfte Herstellerangabe.

Bosch Smart Home Heizkörperthermostat II [+M] wird von testberichte.de mit „gut” (1,8) bewertet und von Computer Bild besonders für seine Smart-Home-Integration hervorgehoben. Es benötigt einen Controller II, ist dafür aber Matter-kompatibel und lässt sich über die Bosch-App nach Räumen gruppiert steuern, inklusive einer „Nachhaltiges Lüften”-Funktion.

Installation und Einsparpotenzial richtig einschätzen

Alle vier Systeme lassen sich ohne Werkzeug am vorhandenen Heizkörperventil montieren – ein Adapter-Set für gängige Ventilanschlüsse liegt jeweils bei. Der eigentliche Unterschied liegt nicht in der Montage, sondern in der Zusatzinfrastruktur: Wer bereits eine FRITZ!Box mit DECT-Basis oder ein Bosch-Smart-Home-System besitzt, kommt ohne weitere Anschaffung aus; wer bei null anfängt, zahlt für Bridge, Access Point oder Controller einen einmaligen Aufpreis, der sich über mehrere Räume verteilt.

Beim Einsparpotenzial lohnt ein nüchterner Blick auf die Stiftung-Warentest-Zahlen: Die ermittelten 6 bis 10 Prozent Heizkostenersparnis, in Altbauwohnungen bis zu 8 Prozent beziehungsweise rund 60 Euro pro Jahr (Preisstand zum Testzeitpunkt 2023), beziehen sich auf den realistischen Durchschnitt über eine Heizperiode – nicht auf die deutlich höheren Werte, die manche Hersteller in ihrem eigenen Marketing nennen. Angesichts der für 2026 prognostizierten Heizkosten von 1.275 Euro (Heizöl), 1.120 Euro (Gas) und 735 Euro (Wärmepumpe) für eine 70-Quadratmeter-Wohnung macht ein zweistelliger Prozentsatz Ersparnis über mehrere Räume hinweg einen spürbaren Unterschied in der Jahresabrechnung.

Produktvergleich

Alle Preise sind Richtwerte von amazon.de, Stand Recherche Oktober 2026, und können je nach Set-Größe und Angebot schwanken.

ProduktÖkosystemBenötigtes ZusatzgerätRichtwert-PreisTestnoteBewertung amazon.de
tado° Heizkörperthermostat X, Starter KitWLAN, Matter/ThreadBridge X (im Set enthalten)ca. 154,99 €97/100 (homeandsmart 2026)4,3★ (1.319 Rezensionen)
AVM FRITZ!DECT 302DECT ULEFRITZ!Box mit DECT-Basisca. 59,99 €„gut” 1,9 (Warentest 2023)4,6★ (rund 4.000 Rezensionen)
Homematic IP Evo, Access-Point-SetZigbee (proprietär)Access Pointca. 78,00 €„gut” 1,7 (Warentest 2023)4,2★ (164 Rezensionen)
Bosch Smart Home Heizkörperthermostat II [+M]Zigbee/MatterController IIca. 61–78 €„gut” 1,8 (testberichte.de)4,1★ (2.239 Rezensionen)

amazon.de/dp/B0CWPHPNFG · amazon.de/dp/B09TKZRJ6H · amazon.de/dp/B0BG6KZD45 · amazon.de/dp/B0DHGR23CN

Welches Thermostat passt zu Ihrer Heizung?

Entscheidungsbaum: Welches smarte Heizkörperthermostat passt zur vorhandenen Infrastruktur – FRITZ!Box, Bosch Smart Home oder Neueinstieg

Wer bereits eine FRITZ!Box mit DECT-Basis besitzt, kommt mit dem FRITZ!DECT 302 am günstigsten und ohne zusätzlichen Hub aus. Wer schon im Bosch-Smart-Home-Ökosystem unterwegs ist, profitiert am meisten vom Heizkörperthermostat II [+M], da es sich nahtlos in bestehende Automationen einfügt. Wer bei null anfängt und die beste Testnote unabhängig vom Hersteller-Ökosystem will, greift zum tado° X, der aktuell in mehreren Fachtests vorn liegt und durch Matter/Thread zukunftsoffen bleibt. Wer besonderen Wert auf ein geschlossenes, zuverlässiges System legt und bereits Homematic-IP-Geräte im Haus hat, ist mit dem Evo-Thermostat gut beraten – unabhängig davon, ob die eigene Heizung Gas, Öl, Fernwärme oder eine Wärmepumpe ist.

Gewährleistung und Kaufhinweise

Für alle genannten Thermostate gilt die reguläre zweijährige gesetzliche Gewährleistung für Verbrauchsgüter; AVM, Bosch und Homematic IP geben darüber hinaus teils verlängerte Herstellergarantien auf einzelne Komponenten. Vor dem Kauf lohnt ein Blick auf den vorhandenen Ventilanschluss am Heizkörper (M30x1,5 ist der verbreitetste Standard in Deutschland) sowie auf die Batterielebensdauer, die laut Herstellerangaben je nach System zwischen einem und zwei Jahren liegt. Wer mehrere Räume ausstatten möchte, sollte die Kosten für Zusatzgeräte wie Bridge, Access Point oder Controller in die Gesamtrechnung einbeziehen, da sich diese erst ab einer gewissen Anzahl an Thermostaten amortisieren.

Empfehlungen nach Anwendungsfall

  • Günstigster Einstieg mit FRITZ!Box: AVM FRITZ!DECT 302 – kein Zusatz-Hub nötig, solide Warentest-Note.
  • Beste Testnote unabhängig vom Ökosystem: tado° Heizkörperthermostat X Starter Kit mit Matter/Thread-Unterstützung.
  • Zuverlässiges, geschlossenes System: Homematic IP Evo mit Red-Dot-prämiertem Design und Warentest-Testsieg 2023.
  • Bestehendes Bosch Smart Home erweitern: Bosch Smart Home Heizkörperthermostat II [+M] für nahtlose Integration.

Grenzen dieser Analyse

Diese Analyse stützt sich auf den Gesetzestext der GModG-Novelle, Fachberichte dazu, den Stiftung-Warentest-Vergleich aus test 9/2023 sowie aktuellere Vergleichstests von Fachmagazinen aus dem ersten Quartal 2026 und öffentlich einsehbare amazon.de-Kundenbewertungen. Die genannten Sterne-Bewertungen und Rezensionszahlen sind Momentaufnahmen zum Recherchezeitpunkt und können je nach Produktvariante (Farbe, Set-Größe) abweichen. Einsparangaben von Herstellern wurden nicht unabhängig nachgemessen; verlässlich belegt ist lediglich die Stiftung-Warentest-Spanne von 6 bis 10 Prozent. Welcher Fördersatz und welche Bio-Treppen-Stufe im Einzelfall gilt, hängt vom genauen Einbaudatum und Heizungstyp ab – bei konkreten Förderfragen ist eine individuelle Beratung, etwa über die Verbraucherzentrale, sinnvoll.


Unsicher, welches Smart-Home-Zubehör zu Ihrer Heizung passt? Mit Arekore prüfen Sie jedes Produkt vor dem Kauf gegen aktuelle Daten und Bewertungen – in wenigen Minuten statt stundenlangem Vergleichen.

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